TAG  1

 

Alles fing dann damit an, dass ich am Dienstag nach Ostern von meinem Shuttle-Service bereits um 03:30 zu Hause abgeholt wurde. Der Abflug nach Agadir war für 05:50 geplant. Das einchecken war keine große Sache, so früh am Morgen war noch nicht viel los am TUI-Fly-Schalter. Und meine beiden Reisebegleiter, Nicol und Renate, trafen auch recht früh ein, sodass wir in aller Ruhe das Gate aufsuchen konnten. Der Abflug erfolgte relativ pünktlich, es war ein ruhiger Flug und so kamen wir wohlbehalten in Agadir an. Und das Wetter war uns auch gut gesonnen, die Sonne lachte von einem wolkenlosen Himmel auf uns herab.

Gegen 10:30 fuhr der Bus ab Richtung Marrakesch, was mich doch sehr verwunderte, denn ich war davon ausgegangen, dass wir die erste Nacht in Agadir verbringen und erst am nächsten Tag nach Marrakesch fahren würden. Ich hatte mir vorgenommen, am selben Tag noch die alte Kasbah von Agadir, welche oberhalb der Stadt liegt, zu besichtigen. Man soll von dort oben einen phantastischen Blick über die Neustadt und den Hafen haben. Doch leider hatte ich mich da wohl verlesen und so waren wir auf dem Weg ins Hotel Imperial in Marrakesch, welches wir gegen 14 Uhr erreichten.

 Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, machten wir drei uns zu Fuß auf den Weg zum Djemaa-el-Fna, dem berühmten Platz der Gaukler mitten in Marrakesch. Der Weg führte uns über die „Avenue Mohammed V“, die uns direkt zu diesem Platz brachte. Man kann ihn gar nicht verfehlen, da schon von weitem die Koutoubia-Moschee zu sehen ist, die dem Platz direkt gegenüber liegt.

Außerdem wimmelt es vor dem Platz von Menschen und Taxis.

Wir schwenkten also nach links auf den Platz, vorbei an den vielen Pferdekutschen, Richtung Platzmitte. Obwohl es noch recht früh war, herrschte schon reges Treiben, wir sahen die bekannten Schlangenbeschwörer, Affenbändiger und Händler für allerlei Waren. Natürlich waren auch die bunt geschmückten Wasserträger zahlreich vorhanden und Stände mit Gewürzen und frisch gepresstem Orangensaft. Wir schlenderten hin und her und gingen dann in das „Café de France“ und dort  hinauf auf die Terrasse auf der 1.Etage. Wir hatten dort bei unserem ersten Besuch in Marrakech vor einem Jahr bereits einmal gesessen und wussten daher von dem wunderschönen Blick über den Platz bis hin zur Moschee. Hier oben genossen wir unsere Getränke im Halbschatten der Terrasse und beobachteten das bunte Treiben unter uns.

Nachdem wir bezahlt hatten machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Allerdings entschieden wir uns, ein Taxi zu nehmen, da wir den langen Fußweg nicht erneut machen wollten. Außerdem kostete die Fahrt nur 3 EUR, was natürlich vorher mit dem Fahrer ausgehandelt wurde.

Zurück im Hotel nahmen wir unser Abendessen ein und haben dann anschließend in der Hotelbar noch etwas getrunken.

                                                             

TAG 2

 

Heute sollte die eigentliche Rundreise beginnen, und zwar mit der Besichtigung von Marrakech. Da wir aber genau diese bereits im vergangenen Jahr mitgemacht hatten, wollten wir uns heute absetzen und den Tag etwas anders gestalten.

Also gingen wir um 8 Uhr zur Rezeption im Hotel, da für diese Uhrzeit die Abfahrt angekündigt war, um dem Reiseleiter mitzuteilen, dass wir an der Stadtbesichtigung nicht teilnehmen werden.

Nachdem wir also in aller Ruhe gefrühstückt hatten, machten wir uns auf den Weg zum „Jardin Majorelle“, einem wunderschönen, im Norden von Marrakech gelegenen, botanischen Garten. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Maler Jacques Majorelle  angelegt und 1980 von dem Modedesigner Yves Saint Laurent  aufgekauft.  

Im Garten wachsen hauptsächlich Kakteen, aber auch Bambuspflanzen und hohe Palmen. Die vielen Grüntöne werden immer wieder von kräftig bunten, übergroßen Blumentöpfen unterbrochen, dabei überwiegt die Farbe Blau. Dieses Blau wurde von dem Maler kreiert, der damit sein Atelier gestrichen hatte. Noch heute nennt man dieses blau Majorelle-Blau, es ist etwas heller als Kobalt-Blau.

Wir spazierten den ganzen Vormittag durch den Garten, legten immer wieder kleine Pausen auf den vielen Bänken ein. Und obwohl sich sehr viele Touristen dort aufhielten, war es dennoch angenehm ruhig. Gegen Mittag suchten wir dann das kleine Garten-Café auf, welches sich neben dem Atelier befindet, um einen Cappuccino bzw. einen traditionell servierten Minztee zu trinken.  So gestärkt besuchten wir anschließend das kleine Berber-Museum, in welchem eine Vielzahl islamischer Kunstwerke, Textilien und Schmuck  aus der Privatsammlung von Yves Saint Laurent ausgestellt wird. Der Eintritt von 20 EUR für den Garten und das Museum hat sich wirklich gelohnt.

Am Nachmittag machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück ins Hotel, welches wir gegen 15 Uhr erreichten. Für den Abend hatten wir uns vorgenommen, nochmal zum Gauklermarkt zu gehen, um das abendliche Treiben zu erkunden. Da wir noch viel Zeit hatten und das Hotel über einen Swimmingpool verfügte, haben wir es uns dort auf Liegestühlen gemütlich gemacht und die Zeit in der warmen Sonne genossen.

Gegen 19 Uhr fuhren wir dann mit dem Taxi zum Djemaa-el-Fna, diesmal kostete es jedoch 4 Euro, war wohl ein „Abendzuschlag“. Dort angekommen gingen wir sofort wieder zum Café de France. Wir hatten mittlerweile Hunger bekommen und wollten auf der Terrasse mit diesem phantastischen Blick über den Markt zu Abend essen. Zum Glück bekamen wir einen Tisch direkt an der Balustrade und die bestellte Pizza schmeckte sehr gut.

Wir genossen noch den Sonnenuntergang um anschließend über den Markt zu schlendern. Dieser hatte sich gegenüber dem Nachmittag sehr verändert. Es wurden unzählige Garküchen mit Tischen und Bänken aufgebaut, und die vielen Mitarbeiter versuchten uns zum Bleiben zu überreden. Es gab viele exotische Lebensmittel und ich war eigentlich froh, dass ich eine ganz normale Pizza bekommen hatte. Zurück zum Hotel fuhren wir ein letztes Mal mit dem Taxi.

                                 

TAG 3

 

Es ist Donnerstag und bereits um 7 Uhr war Frühstück angesagt, da die Abfahrt für 8 Uhr geplant war. Also genossen wir das etwas spärliche Frühstück, verstauten unsere Koffer im Bus und fuhren pünktlich ab. Nachdem wir die Stadtgrenze von Marrakech passiert hatten durchfuhren wir zunächst eine karge Ebene, doch schon nach einer knappen Dreiviertelstunde erblickten wir die ersten schneebedeckten Berge des „Hohen Atlas-Gebirges“. Kurz darauf schlängelte sich die Straße auch schon hinauf ins Gebirge und die Fahrt fing langsam an, Spaß zu machen. Die Landschaft änderte sich dahingehend, dass die Hügel Baumbewachsen waren, es gab Argan-Bäume, Kiefern- und Zedernbäume. Außerdem Kakteen und hier und da natürlich auch Dattel-Palmen.

Nach anderthalb Stunden machten wir eine erste Pause. Es tat gut, die Beine vertreten und frische Luft schnuppern zu können. Wobei das mit der frischen Luft etwas eingetrübt war, denn am Ende des Parkplatzes lag eine bereits verwesende Kuh….oder Ziege, was nicht mehr gut zu erkennen war, aber der Geruch war entsprechend. Ein Händler saß in der Nähe, um seine Edelstein-Drusen zu verkaufen. Marokko ist ein Paradies für Mineraliensammler, es gibt eine Vielzahl von Fundstellen und Bergwerken, wo man als Sammler fündig wird.

Die Fahrt wurde fortgesetzt, aber bereits nach einer Stunde machten wir erneut eine Pause, diesmal an einer kleinen Raststätte, wo wir uns mit Getränken versorgen konnten. Auch hier wurden wieder Mineralien angeboten.

Und weiter ging es immer tiefer ins Gebirge hinein.

Nach einer knappen Stunde dann eine erneute Pause mit einer freudigen Überraschung für uns drei. Wir begegneten unserem Busfahrer vom vergangenen Jahr wieder und die Wiedersehensfreude war auf allen Seiten riesig.

Gegen Mittag erreichten wir dann das bekannte Ksar (befestigtes Dorf) „Aït-Ben-Haddou“, welches in ca. 1.300 Metern Höhe an einem Berghang liegt. Das Dorf ist bekannt aus vielen Hollywood-Produktionen wie z.B. Jesus von Nazareth, Lawrence von Arabien, Die Mumie oder Gladiator. Zunächst wurde gegenüber dem Dorf ein Foto-Stopp eingelegt, dann ging es weiter in ein Restaurant Im Dorf. Nach dem Essen (ich hatte ein Omelett gegessen) war die Besichtigung des aus Lehmziegeln erbauten Dorfes angesagt. Es ging zunächst über eine Brücke über den zu dieser Zeit bereits fast ausgetrockneten Fluss "Asif Mellah", an dessen Ufern hohe Dattelpalmen stehen. Am anderen Ende der Brücke ging es dann steil bergauf durch das Dorf. Da mir die jetzt schon herrschende Hitze und die Sonne erhebliche Probleme bereiteten, verzichtete ich auf den kompletten Aufstieg. Ich machte es mir stattdessen im Schatten eines Hauses bequem und wartete mit ein paar anderen auf die Rückkehr der restlichen Reisegruppe. Zurück Richtung Bus gingen wir nicht wieder über die Brücke, sondern durchquerten den Fluss an einer Stelle mit nur sehr wenig Wasser. Zur Vereinfachung lagen dicke Steine im Wasser, sodass wir trockenen Fußes rüber kamen. Hier kamen wir dann an einem extra für einen Film aus Holz und Styropor hergestellten Tor vorbei. Es sollte das geschlossene Stadtbild noch weiter verstärken.

Um 15:15 fuhren wir weiter und kamen kurze Zeit später an den CLA-Studios vorbei, in welchem u.a. der Film „Asterix & Obelix: Mission Kleopatra“ im Jahr 2002 produziert wurde. Die weitere Fahrt führte uns zunächst durch die Wüstenstadt Ouarzazate und weiter durchs Gebirge Richtung Zagora. Am späten Nachmittag erreichten wir jedoch zunächst das Draa-Tal, ein ca. 200 Kilometer langer, fruchtbarer Streifen mit vielen großen Palmenplantagen.

     

                     Es gibt in ganz Marokko ca. 4,5 Mio.             Dattelpalmen und 29 verschiedene Sorten.

                                                         

                                                      

Gegen 19 Uhr erreichten wir Zagora und waren eine halbe Stunde später im Hotel Palais Asmaa.

Nach dem Koffer auspacken ging es sofort in den Garten des Hotels, welcher wunderbar mit vielen Bäumen und Pflanzen sowie einem großen Pool angelegt war. Natürlich gab es auch einen Zierbrunnen mit bunten Mosaiken. Außerdem ein Haus mit einem nach vorne offenen, großen Raum, der wie ein riesiges Zelt im marokkanischen Stil eingerichtet war, mit Teppichen auf dem Boden und an den Wänden.

Das Abendessen in Buffet-Form nahmen wir in der Nähe des Pools ein, was eine ganz besondere Atmosphäre hatte. Wir haben an diesem Abend noch lange zusammen gesessen, leckeres marokkanisches Bier getrunken und viel gelacht. Gut gelaunt mit Vorfreude auf den nächsten Tag und einem kleinen Rundgang durch den Garten machten ich mich dann zu später Stunde ins Bett.

                                   

TAG 4

 

Am heutigen Freitag wurde dann schon wieder um 06:30 gefrühstückt und eine Stunde später war die Abfahrt nach Erfoud am Rand der Sahara nahe der algerischen Grenze. Zunächst fuhren wir die gleiche Strecke zurück, die wir am Vortag gefahren sind, nochmal ca. 60 Kilometer durchs schöne Draa-Tal. Nach gut einer Stunde war die 1. Pause angesagt. Wir besichtigten eine wunderschöne Palmen-Oase und machten einen langen Spaziergang, wobei uns auch gezeigt wurde, wie die Dattel-Ernte funktioniert.

    Kurz hinter dem Dorf Tamezmoute bogen wir rechts ab Richtung Rissani. Vor uns lag eine ca. 2stündige Busfahrt, die ziemlich anstrengend und auch etwas langweilig war. Die Landschaft war karg und nur wenige Bäume und manchmal einige Kamele säumten die Straße.

 

Gegen Mittag erreichten wir die Stadt Rissani, in der wir als erstes das Mausoleum für Moulay Ali Cherif besichtigten.

Er war der Begründer der Alawiden-Dynastie, welcher auch der heutige König Mohammed VI. angehört.

Leider war nur die sehr schöne Gartenanlage zu besichtigen, der eigentliche Grabbau ist nicht für Touristen zugänglich.

                                

      

Im Anschluss durchwanderten wir die Kasbah.

      

            

Von dort ging es weiter Richtung Erfoud.

                               

Bevor wir jedoch im Hotel ankamen, besuchten wir noch eine Fabrik für fossile Fundstücke, die „Macro Fossiles Kasbah“. Allerdings ist die Bezeichnung „Fabrik“ nicht ganz richtig, da die fossilen Fundstücke hier nicht hergestellt sondern lediglich bearbeitet werden. Dabei werden riesige Steinblöcke in Scheiben zersägt und ist dann immer wieder überrascht, was dabei herauskommt bzw. gefunden wird. Die Platten mit den Fossilien werden geschliffen und poliert, bis man sich fast in ihnen spiegeln kann. Manche Fundstücke werden aber auch mit Hammer und Meißel bearbeitet, bis die Urzeitlichen Tiere vollkommen freigelegt sind. Aus den bearbeiteten Steinplatten werden kunstvolle Tischplatten u.ä. hergestellt, welche man an Ort und Stelle erwerben kann.

Nur eine Viertelstunde Busfahrt später kamen wir im „Palms Hotel“ in Erfoud an. Da wir den ganzen Tag über nichts zu essen bekamen, freuten wir uns darauf, in diesem hübschen Hotel eine Kleinigkeit zu uns nehmen zu können, das wurde uns jedenfalls vom Reiseleiter zuvor zugesagt. Unsere Verwunderung und Verärgerung war jedoch sehr groß als wir erfuhren, das es nichts mehr zu essen gibt, weil die Küche bereits geschlossen hatte. Stattdessen gabs dann lediglich einen Cappuccino im Garten des Hotels. Der übrigens sehr schön angelegt war, inkl. einem großen Swimmingpool.

Um 17 Uhr sollten wir uns in der Empfangshalle des Hotels einfinden, da wir den Rest des Tages der Wüste widmen sollten. Jetzt war das angesagt, worauf ich mich am meisten gefreut hatte.....

Wüste....

Vor dem Hotel erwarteten uns einige Marokkaner mit wunderschönen, bunten Schals, die sie uns verkaufen und kunstvoll als Turban um den Kopf binden wollten. Ich hab mir einen in kräftigem blau ausgesucht, und nachdem ich diesen als Turban trug, war ich nicht mehr zu erkennen, wie übrigens einige andere der Reisegruppe ebenfalls nicht mehr zu erkennen waren.

 Nachdem wir uns einen der Jeeps ausgesucht hatten stiegen wir ein und die Kolonne (es waren insgesamt 7 Jeeps) machte sich auf den 40 Kilometer langen Weg Richtung Erg Chebbi, eine der beiden großen Sanddünen Marokkos. Diese Dünen können bis zu 150 Meter hoch werden und breiten sich auf einer Fläche von ca. 22 Kilometer in der Länge und ca. 5 Kilometer in der Breite aus.

Zunächst befuhren wir noch eine asphaltierte Straße, doch schon nach kurzer Zeit trennten sich die Fahrzeuge sternförmig und die Jeeps fuhren abseits der Straße quer durch die Steinwüste. Auf der holprigen, unbefestigten Piste wurden wir im Auto ganz schön durchgeschüttelt und dem jungen Fahrer machte es sichtlich Spaß, jedes Loch und jeden kleinen Hügel mitzunehmen.

Immer wieder tauchte mal rechts oder links von uns ein Jeep auf, undeutlich jedoch durch den hochwirbelnden Sand. Der Blick nach hinten war nicht besser, denn auch unser Fahrzeug schleuderte enorme Mengen von Sand und kleinen Steinchen hoch. Es hatte den Anschein, das die Fahrer sich hier, wo weit und breit keine Polizei zu sehen war, ein Querfeldeinrennen lieferten. Uns im Fahrzeug, wir waren 5 Personen plus Fahrer, hat es riesig Spaß gemacht und als wir am Rand der Sanddünen in der Nähe des Wüstenortes Merzouga ankamen, tat uns alles weh vom vielen lachen.                     

Hier wurden wir bereits von einer Gruppe Wüstenbewohnern mit ihren „Wüstenschiffen“ erwartet, die uns hinauf auf die Dünen bringen sollten. Nachdem jeder ein Dromedar bestiegen hatte, was immer wieder ein Erlebnis ist, ging es im Gänsemarsch Richtung Dünen.

   Eigentlich hatten es immer zwei Tiere einen Führer, da ich jedoch als Single unterwegs war, hatte einen Führer ganz für mich allein.

  Unterwegs ist mein Führer immer mal wieder ausgeschert, um mir die Möglichkeit zu einem Foto zu geben. Auf einem Dromedar ist das durch das schaukeln des Tieres nicht wirklich einfach.

Unterhalb einer der hohen Dünen hielt die Karawane an, und wir mussten wieder absteigen. Auch das war wieder ein Erlebnis, weil das Tier zunächst mit den Vorderläufen in die Knie geht und man meint, Kopfüber aus dem Sattel zu fliegen. Sofort danach folgen die Hinterläufe und man macht einen Satz nach hinten. Dann nochmal ein kleiner Satz nach vorne....und das Kamel liegt im Sand. Eigentlich war ich nach diesem Ritt froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

   Die letzten Meter bis zur Kante der Düne legten wir dann zu Fuß zurück, was nicht so einfach ist, weil man immer wieder samt Sand abwärts rutscht. Man macht zwei Schritte vor und rutscht einen wieder zurück. Sehr beschwerlich das ganze und so war ich heilfroh, das mir mein Führer die Hand reichte und mich das letzte Stück hochzog. Oben angekommen, wurden uns dann ein paar Decken auf den Rand der Düne gelegt, so dass wir bequem auf den Sonnenuntergang warten konnten.

     Diese Zeit dort oben auf der Düne in absoluter Stille, bis auf die leisen Rufe der Kamele in der Ferne, und mit dem Blick über die Wüste, die sich in den schönsten und wärmsten Farben präsentierte, war für mich eine ganz besondere Erfahrung.

Die Stunde verging wie im Fluge und nachdem die Sonne am Horizont verschwunden war machten wir uns auf den Weg nach unten. Dabei kamen die mitgebrachten Decken erneut zum Einsatz. Diesmal sollte ich mich auf die Decke setzen, mit den Füßen nach unten. Mein Führer nahm die Decke inkl. meiner Füße hoch und zog mich wie auf einem Schlitten hinunter bis zu den wartenden Kamelen. Auch die anderen wurden so hinunter gezogen und lautes Lachen störte die friedliche Ruhe.

 Nachdem alle wieder auf ihren Kamelen saßen zog die Karawane wieder zurück zu den Jeeps. Dort angekommen mussten wir uns zunächst diverse Verkaufsangebote der Führer anhören, die selbst hergestellte Figuren aus verschiedenen Mineralien anboten. Ich hab mich für eine Kamelfamilie aus Achat entschieden und diese meinem Führer abgekauft. Für mich ein hübsches Mitbringsel und Andenken an diesen fantastischen Nachmittag. Da es jetzt langsam dunkel wurde, versammelten wir uns wieder an den Jeeps und nachdem jeder seinen Fahrer wiedergefunden hatte machten wir uns auf die Rückfahrt zum Hotel. Und wen wundert`s, wieder in einer ähnlichen Formation wie die Fahrt am Nachmittag. Mit einem Unterschied....es war stockdunkel. Nur hier und da sah man einen Lichtkegel eines der anderen Jeeps. Das Gelächter im Auto war wieder riesig und verstummte auch nicht, wenn der Fahrer aus Übermut die Scheinwerfer ausschaltete. Trotzt allem sind wir wieder heil im Hotel angekommen und wir konnten endlich unser Abendessen zu uns nehmen.

                                                                                

TAG 5

 

Am heutigen Samstag ging es wieder zurück Richtung Westen. Wir sollten die Wüste hinter uns lassen. Schade eigentlich. Aber half nix, um 07:00 gab es Frühstück denn für 08:00 war die Abfahrt geplant. Schon eine dreiviertel Stunde später legten wir einen ersten Stopp ein. In der Nähe von Tinejdad kamen wir an ein riesiges Feld von Brunnenanlagen, die sehr eigentümlich aussahen. Auf den ersten Blick konnte man sie nicht als Brunnen erkennen, sie sahen eher wie kleine Vulkankrater aus, andere wie Termitenhügel. Erst bei näherer Betrachtung stellten wir fest, wie tief in die Erde die Löcher gegraben waren.

Nachdem wir uns einige dieser Brunnen näher angeschaut und die Erklärungen des Reiseleiters angehört hatten ging es weiter auf der Straße der Kasbahs, immer mit Blick auf den hohen Atlas auf der rechten und Antiatlas auf der linken Seite.

Dabei fielen uns immer wieder riesige, arabische Schriftzeichen auf, die auf die Berge gemalt waren.

Um 10 Uhr wurde nochmal eine kleine Kaffeepause eingelegt und gegen 11 Uhr erreichten wir Tinghir. Dort machten wir zunächst einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt hin zu einem Teppichhändler der uns äußerst freundlich erst einmal mit leckerem Minztee versorgte. Sicher in der Erwartung, viele Teppiche zu verkaufen. Was wohl auch geklappt hat. Ich denke, der eine oder andere, wenn auch kleine, Teppich hat den Besitzer gewechselt.

Nachdem wir eine gute halbe Stunde in dem Geschäft verbracht hatten, spazierten wir wieder zurück zum Bus und es ging weiter zu unserem nächsten Stopp, der Todra Schlucht. Die Fahrt dorthin führte über eine Straße, die auf einer Anhöhe lag und einen tollen Blick auf die Oase und einige Bergdörfer erlaubte. Und natürlich wurde ein Fotostopp eingelegt.

Gegen 14 Uhr erreichten wir den Eingang zur Todra Schlucht, die Straße wurde immer schmaler und nach ein paar Kilometern hieß es dann....aussteigen. Die Schlucht ist an manchen Stellen gerade mal 10 Meter breit, dafür ragen die Felswände bis zu 300 Meter steil nach oben.

Wir haben einen schönen Spaziergang die schmale Straße entlang gemacht, Richtung Ausgang. An den Seiten, in kleinen Ausbuchtungen der Felswände, gab es einige Händler, die ihre marokkanischen Waren, meistens Schmuck oder Kaftans, anboten. In dem kleinen Flusslauf direkt neben der Straße saßen auf einer Sandbank ein paar Jugendliche, die ein Picknick machten und grillten. Wir verbrachten fast eine Stunde in dieser wunderschönen Schlucht, die zum bleiben einlädt. Aber leider mussten wir den Bus wieder besteigen, denn es ging weiter zu unserem nächsten Ziel, Quarzazate.

Uns stand eine 4-Stündige Fahrt bevor, die nur zweimal von einer kurzen Pause unterbrochen wurde.

Die Straße führt kurz vor Quarzazate an dem großen Stausee "Barrage el Mansour Eddahbi = der Siegrieche und der Vergoldete" vorbei. Der Oued Dadès und der Oued Idermi münden in den Stausee. Leider führt die Straße in einiger Entfernung am See vorbei, sodass wir diesen nur aus der Ferne bewundern konnten.

     Gegen 18:00 Uhr erreichten wir unser heutiges Tagesziel: Quarzazate, und eine Stunde später konnte ich dann auch schon in mein Hotelzimmer einziehen. Das ziemlich im Zentrum von Quarzazate gelegene Hotel Kenzi Azghor hat eine wunderschöne Terrasse mit Pool, von der man einen tollen Ausblick auf die Stadt und die gegenüberliegenden Berge hat. Deshalb haben wir uns nach dem Abendessen auch am Pool auf der Terrasse gemütlich zusammen gesetzt und noch einen richtig schönen, lustigen Abend genossen.

                             

TAG 6

 

Obwohl wir Sonntag hatten bin ich sehr früh aufgestanden, denn ich wollte unbedingt den Sonnenaufgang von der Hotelterrasse erleben.

Und da dieser für ca. 06:45 Uhr angekündigt wurde, war schon eine Stunde vorher aufstehen angesagt. Aber es hat sich gelohnt. Schon um halb sieben fanden sich neben mir noch einige andere Reiseteilnehmer ein und wir genossen zunächst die Ruhe und die kühle Luft dort oben. Und der Sonnenaufgang hat hat das frühe aufstehen belohnt.

Das anschließende Frühstück hat heute morgen irgendwie besser geschmeckt :) und so machten wir uns gegen 08:00 Uhr auf die Weiterfahrt. Es ging noch einmal auf der N9 an den Filmstudios vorbei Richtung Aid-Ben-Haddou.

Kurz hinter Tazentoute bogen wir ab auf die N10 die uns ins Gebirge führte. Nach 1 ½ Stauden machten wir einen ersten Fotostopp, und zwar an einem kleinen Gehöft, es gab einen Ministand mit Töpfereien und ähnlichen Dingen. Die Aussicht dort oben war phantastisch.

Nach 20 Minuten ging es weiter auf einer Traumstraße. Zumindest sah ich als Motorradfahrerin das so. Es ging bergauf und bergab bei tollen Kurven.

Gegen Mittag verließen wir das Gebirge wieder und erreichten um 12:30 Uhr die Stadt Taroudant. Hier machten wir in einem sehr schön angelegtem Restaurant Mittagspause.

Nachdem wir uns gestärkt hatten setzten wir unsere Busfahrt fort, allerdings nur für wenige Minuten, denn wir besichtigten eines der    5 Stadttore der Stadt, das Bab el Kasbah, zu dem wir durch eine Allee von Orangenbäumen kamen. Diese Haupttor wird auch Bab Essalsla genannt.

Über eine steile Treppe konnte man auf das Tor hinauf gehen.

Von dort fuhren wir wieder ein paar Minuten, um in die Medina zu kommen. Diese durchquerten wir wir eine gute halbe Stunde und kamen dabei an allerlei Geschäften vorbei. Es gab u.a. Leckereien mit Datteln, Obst und Gewürze, lebende und tote Tiere sowie allerlei Dinge für den täglichen Gebrauch.

Nachdem wir den Bus an einem der Marktplätze wieder bestiegen hatten ging die Fahrt weiter Richtung Agadir.

Unser dortiges Hotel erreichten wir 2 Stunden später, und gegen 17:00 Uhr konnte ich meine Koffer im Zimmer abstellen. Wir waren froh, dass es noch so früh am Tag war, sodass wir einen Spaziergang hinunter zum wunderschönen Strand machten. Hinunter deshalb, weil das Hotel an einer kleinen Anhöhe lag.

Da wir Sonntag hatten, waren am Strand nicht nur die Touristen, sondern auch viele Einheimische, meist junge Leute, unterwegs.

Es war sehr voll, auch um diese Uhrzeit noch.

   Wir machten einen kleinen Spaziergang am Wasser entlang und auf dem Rückweg zum Hotel haben wir noch ein paar Leute aus dem Bus getroffen. Gemeinsam schlenderten wir dann zum Hotel zurück, denn das Abendessen wartete.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, wir waren wieder eine größere Runde, blieben wir noch eine ganze Zeit im Restaurant sitzen und tranken das leckere marokkanische Bier.

Ein schöner Abend ging erst spät zu Ende.

                                              

TAG 7

 

Für den heutigen Tag war eine Rundfahrt in den Süden von Agadir geplant. Es sollte in die heißere Region von Marokko gehen und wir waren alle sehr gespannt. Aber auch deshalb, weil der Tag sehr unfreundlich anfing, zumindest was das Wetter anging. Es war kalt, 17 Grad, und die Sonne hatte sich hinter dicken Wolken versteckt.

Um 07:30 ging es dann los. Zunächst ein paar Kilometer durch Agadir, dessen Straßen voll waren mit Menschen die zur Arbeit oder Schule gingen. Über ein ausgetrocknetes Flussbett ging es weiter, und eine halbe Stunde später durchquerten wir Aid Melloul, eine kleine Stadt am Fuße des Antiatlasgebirges.

Nachdem wir die Stadt wieder verlassen hatten ging es ins Gebirge, und nach ein paar Kilometern war es dann auch schon wieder vorbei mit dem düsteren Wetter. Die Sonne schien wieder von einem strahlend blauen Himmel. Wir fuhren gute 1 ½ Stunden über kurvenreiche Straßen, vorbei an unzähligen Arganbäumen, immer höher ins Anti-Atlas-Gebirge. Gegen 11 Uhr erreichten wir dann endlich das ca. 15 Kilometer lange Tal der Ammeln, dessen Name von einem Berberstamm herrührt.

Und nur eine halbe Stunde später waren wir in Tafraoute, einer Kleinstadt, die mitten in einer Granitlandschaft im westlichen Antiatlasgebirge liegt. Hier machten wir zunächst einen langen Stadtrundgang vorbei an vielen kleinen Läden mit Lederwaren. Vor allem die typischen, marokkanischen Lederpantoffel wurde in den Farben gelb und rot angeboten.

Die anschließende Mittagspause verbrachten wir in einem netten Restaurant am Rande der Stadt. Von dort aus hatte man auch einen tollen Blick auf den „Löwenkopf“, ein Berg in der Nähe der Stadt.

Eine kurze Busfahrt im Anschluss brachte uns in das Dorf „Agrd Odad“, wo wir zunächst einen Spaziergang durch die tollen, in der Sonne rosa leuchtenden Felsformationen machten und ......

..... anschließend durch das hübsche Dorf, dessen Häuser ebenfalls in diesen Rottönen strahlt

Danach stand eine 2 Stündige Fahrt bis nach Tiznit an, die Stadt in den Ausläufern des Antiatlasgebirges liegt nur ca. 15 Kilometer von der Atlantikküste entfernt. Sie ist bekannt für ihre Gold- und Silberschmieden, es werden wunderschöne Schmuckstücke in filigraner Art hergestellt.

Natürlich machten wir einen Rundgang durch die Medina und besichtigten eine Silberschmiede mit angeschlossenem Geschäft. Da es neben dem Geschäft ein kleines Lokal mit einer Art Dachterrasse gab, hab ich mich für einen kleinen „privaten“ Ausflug aufs Dach entschlossen und freute mich über den schönen Blick über die Stadt und die in der Nähe vorbeiführende, Kilometer lange Stadtmauer.

       Nachdem wir uns eine Stunde dort aufgehalten hatten machten wir uns auf den Rückweg ins ca. 100 Kilometer entfernte Hotel in Agadir.

Dort angekommen ging es sofort ins Restaurant zum Abendessen.

Danach wurde noch ein kleiner Rundgang durchs Hotel gemacht um in der Lobby ein paar Abschiedsfotos zu schießen. Ich hab mich dann aufs Zimmer zurück gezogen, denn Kofferpacken war angesagt. Anschließend hab ich noch einen vergnüglichen Abend mit meinen Freunden auf dem Balkon verbracht, wobei die bereits am Nachmittag eingekaufte Flasche marokkanischem Wein das I-Tüpfelchen auf einen phantastischen Urlaub war.

                   

TAG 8

 

Am letzten Tag hieß es dann endgültig Abschied nehmen von einem wundervollen Land mit sehenswerten, abwechslungsreichen Landschaften und freundlichen Menschen. Wir wurden rechtzeitig im Hotel abgeholt, das einchecken ging recht zügig und so waren wir dann auch bald wieder in der Luft auf dem Rückflug nach Deutschland.


 

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